Die deutsche Fußballliga ist äußerst enttäuscht über das Werbeverbot für Sportwetten. Im Vergleich zu anderen europäischen Fußballligen leidet die deutsche Fußballliga unter erheblichen Einnahmeverlusten, da deutsche Fußballclubs auch weiterhin nicht mehr für Sportwettenunternehmen wie Bwin oder Oddset auf ihren Trikots werben dürfen. In anderen europäischen Mitgliedsstaaten tragen sogar Amateurvereine die Einnahme trächtige Werbung auf ihren Trikots.

In Spanien beispielweise tragen selbst Spieler in den Jugendligen Werbung für Sportwettenanbieter auf ihren Trikots. Auf diese Weise wird dort unter anderem die Jugendförderung im Fußball finanziert.

Besonders enttäuscht ist die deutsche Liga aufgrund der Tatsache, dass für andere schädliche Produkte in Deutschland nach wie vor geworben werden darf. Dr. Theo Zwanziger, Präsident des Deutschen Fußball Bund (DFB), mutmaßt, dass die Tabak- und Alkoholsteuer eine sehr angenehme Begleiterscheinung für öffentliche Haushalte seien und diese schädlichen Produkte daher nicht weiter reglementiert werden.

„Bei der Wett-Sucht ist es plötzlich so dramatisch, dass ein Fußballclub nicht mehr für Oddset oder Bwin oder was auch immer werben kann,” sagte Zwanziger in einem Interview mit der deutschen Fußballzeitschrift „Kicker” im vergangenen Monat.

Dr. Theo Zwanziger erklärte, dass es ohne den Sport gar keine Sportwetten gäbe und im Sport die Sportwette ohne den Fußball von vornherein zum Scheitern verurteilt wäre. Die Finanzämter hätten somit keinerlei Erträge aus Sportwetten. Dies bedeutet im Umkehrschluss, dass ein Werbeverbot für Sportwettenunternehmen in der deutschen Fußballliga ungerecht gegenüber den Fußballclubs sei, da diese im Gegensatz zu den Finanzämtern nicht von den Sportwetten profitieren dürften, obwohl der Fußballsport die Basis für Umsätze auf dem Sportwettenmarkt darstellt.

„Es ist dringend notwendig, den Sportwettenmarkt verantwortlich zu liberalisieren,” bestätigte Zwanziger gegenüber der Zeitschrift „Kicker”.

Die Europäische Kommission ermittelt nach wie vor gegen zahlreiche europäische Mitgliedsstaaten wegen Verletzung der EU Richtlinien, die einen freien Handel von Gütern und Dienstleistungen unter europäischen Mitgliedsstaaten garantieren.