Ein neues Glücksspielgesetz, das derzeit in Estland verabschiedet werden soll, hat hinsichtlich der geplanten Verfahrensweise zur Lizenzierung von online und landbasierten Kasinos die Aufmerksamkeit der Europäischen Kommission auf sich gezogen. Nach dem geplanten Gesetzesentwurf müssten sich alle Glücksspielanbieter auch in Estland lizenzieren lassen, wenn sie dort Handel betreiben.

In Estland sind bereits einige Tochtergesellschaften von führenden europäischen online Glücksspiel Softwareentwicklungsunternehmen ansässig, die selbstverständlich ebenfalls schon eine anerkannte Lizenz in einem anderen EU Land besitzen.

Beamte der Europäischen Kommission haben natürlich Vorbehalte gegen diese Forderung, die den EU Prinzipien des freien Handels von Gütern und Dienstleistungen unter Mitgliedsstaaten widersprechen würde, indem Estland auf Lizenzierung jener EU Unternehmen bestünde, die bereits über anerkannte Lizenzen aus anderen EU Staaten verfügen.

Die Europäische Spiel- und Wettvereinigung (EGBA), die die meisten führenden europäischen Wettunternehmen zu ihren Mitgliedern zählen kann, verfolgt mit Interesse die derzeitige Entwicklung. Generalsekretärin Sigrid Ligne erklärte, dass die Richtlinien der Kommission den Regulierungsbeamten in Estland bekannt sein dürften und diese wüssten, dass online Glücksspielanbieter, die bereits über eine Spiellizenz eines anderen EU Landes verfügen, nicht genötigt werden dürfen, auch eine Lizenz in Estland zu beantragen.

Der Sprecher des Finanzministeriums in Estland äußerte sich gegenüber lokalen Medien, dass die Kritik der Kommission unangebracht sei, da Estland nicht beabsichtige, online Spielen in dem derzeitigen Spielgesetz zu regulieren.