Dänemarks bislang ungestürztes Glücksspiel Monopol Danske Spil wird nicht nur von Politikern im Hinblick auf die Europäische Kommission kritisch unter die Lupe genommen… Es ist diese Woche auch bekannt geworden, dass der staatliche Fernsehsender TV2 eine Lücke in den nationalen Glücksspielgesetzen entdeckt hat, wonach Barauszahlungen an Gewinnern von online „skill games“- d.h. Spielen, die Geschicklichkeit und Fertigkeiten erfordern – erlaubt sind.

Die Definition von „skill games” ist für die Durchsetzung der Forderungen von TV2 elementar, um sich eine Scheibe des 11 Billionen DK schweren Glücksspielmarktes des nordischen Staates abschneiden zu können; Spiele, die zu einem größeren Teil auf Geschicklichkeit und Fertigkeiten als auf Glück beruhen, werden von dem derzeit existierenden Glücksspiel Gesetz nicht abgedeckt.

Lars Bernt, ein Direktor von TV2, kommentierte dies gegenüber der Tageszeitung Copenhagen Post folgendermaßen: „Wir haben die Gültigkeit dessen [der Gesetze] gemeinsam mit Repräsentanten der Glücksspielindustrie in Augenschein genommen. Sie [die Gesetze] unterscheiden zwischen Spielen, die auf Glück basieren und daher dem Monopol unterliegen und Spielen, die auf Geschicklichkeit und Fertigkeiten basieren und nicht dem Monopol unterliegen.”

Nachdem sie sich eingehend mit der Gesetzeslücke beschäftigt haben, veröffentlichte TV2 eine Webseite, auf der der Fernsehsender zwölf Spiele, wie Backgammon, Golf und Pool anbietet. Sobald Spieler ein Konto eröffnen und Geld eingezahlt haben, dürfen sie spielen und gewinnen – oder auch verlieren.

Die Einsätze – bei TV2, Danske Spil und den Sport- und Kulturorganisationen, die den höchsten Anteil der Profite vom Glücksspiel erhalten – sind nach Meinung der Tageszeitung hoch. 2007 betrug der Gewinn von Danske Spil 1,6 Billionen Kronen. Gerade eine Million Kronen kamen davon nationalen Sport- und Kulturorganisationen zugute. TV2 wird alle Gewinne, die der Sender machen wird, behalten dürfen.

Der Staat besitzt 80 Prozent der Aktien von Danske Spil. Die restlichen Aktien gehören zwei nationalen Sportorganisationen.

Die Finanzbehörden haben festgestellt, dass es keine spezifische Definition von Glücksspiel gab, außer wenn Gewinne in erster Linie durch Glück bestimmt werden. Finanzminister Kristian Jensen sagte: „TV2 bietet kein Glücksspiel an. Es handelt sich um einen Wettbewerb und dies wird durch die Spielgesetze reguliert.”

TV2 erwartet, dass die Entdeckung der Gesetzeslücke in einer Flut neuer Spielanbieter auf dem dänischen Markt enden wird. Eines dieser Unternehmen könnte Ladbrokes sein, die bereits gerichtliche Auseinandersetzungen gegen den dänischen Staat verloren haben, in denen sie versuchten, die dänischen Glücksspielgesetze zu liberalisieren und das Land auf den Stand der EU Anforderungen zu bringen.

Die Europäische Kommission beschäftigt sich derzeit mit einem Verfahren gegen das dänische Monopol, von dem die Kommission behauptet, es zerstöre die Regulierung eines gemeinsamen Marktes.