Bwin Interactive Entertainment AG, das wahrscheinlich größte private Sportwettenunternehmen Europas, könnte eine gerichtliche Auseinandersetzung bezüglich einer Forderung über 118 Millionen Euro jährlicher Umsatzausfälle oder einem Drittel ihrer Gesamteinnahmen gewinnen, berichtete Bloombergs Business News Service vergangene Woche und berief sich auf Johannes Caspar, einen Juraprofessor der Universität Hamburg und Rechtsberater der Schleswig-Holsteiner Staatsanwaltschaft.

Wie das Nachrichtenunternehmen berichtete, sagte Johannes Caspar, dass das in Wien ansässige Unternehmen Bwin mit seiner Klage gegen das im Januar 2008 in Deutschland eingeführte Verbot für Internet Sportwetten durchaus Erfolg haben könnte.

Bwin argumentiert, dass das in allen 16 Bundesländern durchgesetzte Verbot Europäisches Recht verletze.

„Es würde die Prüfung vor dem Europäischen Gerichtshof nicht bestehen,” sagte Caspar.

Die Europäische Kommission, der ausführende Arm der EU, hat bereits am 31. Januar diesen Jahres ein Verfahren gegen Deutschland wegen der Gesetze der Bundesländer eingeleitet, ein Prozess, der wegen des Vorwurfs, dass das Verbot eine Missachtung der EU Vorgaben sei, die einen freien Handel von Gütern und Dienstleistungen unter EU Mitgliedsstaaten garantieren, durchaus zu einem Verfahren vor dem Europäischen Gerichtshof führen kann.

Die Ansichten des Professors basieren auf die kürzlich getroffene Entscheidung von Spielbanken Niedersachsen GmbH (SNG), einem exklusiv in Niedersachsen lizenzierten und regulierten Kasinobetreiber, der unter Nutzung einer Softwarelösung von Chartwell Technology sein Geschäft auf den online Glücksspielmarkt ausdehnen will (siehe vorherige InfoPowa Berichte).