Die französische Tageszeitung „Aujourd’hui en France“ hat frühere Berichte des „Le Parisien“ bestätigt, dass Frankreich sich tendentiell in Richtung Regulierung als in Richtung Verbot von online Glücksspiel bewegt. Vielleicht sollen bereits 2009 entsprechende Schritte erfolgen. Die Zeitungen berichten, dass in Frankreich „Alles bereit sei“, um mit den Gesprächen über vorgeschlagene grundlegende Strukturen für online Glücksspiel und Wetten zu beginnen.

Als weiteren Schritt hat der ehemalige Parlamentsabgeordnete Bruno Durieux die Ergebnisse einer Studie, die er zum Thema online Glücksspiel durchgeführt hat, dem französischen Finanzamt Ende letzter Woche übergeben. Es wird erwartet, dass Präsident Nicolas Sarkozy zeitnah seine abschließende Bestätigung für die Änderungen geben wird.

Präsident Sarkozy hat eine weitaus offenere Haltung gegenüber einem wettbewerbsfähigen Wettmarktes in Frankreich gezeigt und Finanzminister Eric Woerth und andere Repräsentanten der französischen Regierung haben dieses Jahr bereits Gespräche mit Beamten der Europäischen Kommission in Brüssel geführt.

Woerth gab zuvor in dieser Woche bekannt, dass der Präsident ein kontrolliertes Verfahren zur Öffnung des Marktes bevorzugen würde, wenn der Wettbewerb unter gleichen Voraussetzungen und ausgeglichen von statten ginge.

Der Zeitrahmen für „eine neue Ära des online Glücksspiels und der online Wetten“ ist laut Angaben von Woerth für Ende 2009 oder Anfang 2010 angedacht.

Berichte deuten an, dass Frankreich beabsichtigt, in Kooperation mit anderen EU Staaten, wie Belgien, Deutschland und Holland ein neues „System“ für Online Spielen und Wetten zu entwickeln und nicht bestehende Modelle, wie das Großbritanniens oder Italien, zu übernehmen. Ein erstes Komitee wird Ende April zusammenkommen, um die Agenda voranzutreiben und in die gewünschte Richtung zu lenken.

Auf nationaler Ebene müssen Anbieter lizenziert sein, um ihre Dienstleistungen in Frankreich systemkonform, d.h. unter strikten Vorgaben bezüglich Geldwäsche und Spielerschutz, anzubieten.

In einer letzten Bekanntgabe sagte Minister Woerth, dass Frankreich nicht als Antwort auf den Druck handele, den die Europäische Kommission auf den EU Mitgliedsstaat ausgeübt hatte (die Europäische Kommission billigte nicht die monopolistische Glücksspielpolitik Frankreichs), sondern um sich mit den Änderungen, die durch technologische Entwicklungen und das Internet entstanden sind, zu beschäftigen. Er fügte hinzu, dass sich Pferderennenwetten entwickeln müssten, aber er Wettprodukte mit festgesetzten Quoten in diesem Bereich nicht erlauben würde.

In anderen Sportarten wie Fußball würden Wetten mit festgelegten Quoten angeboten werden, aber Woerth ergänzte: „Eine Sportwette bedeutet nicht, auf die Farbe des Shirts eines Tennisspielers zu setzen. Die Wette muss in engem Zusammenhang mit der sportlichen Leistung stehen, wenn nicht, könnte dies eine Quelle allerlei dubioser Aktivitäten sein.“ Die französische Regierung würde außerdem eine entsprechende Versteuerung der Wettgewinne voraussetzen.

Online Kasinos und Poker sollten ebenfalls lizenziert werden, obwohl noch weitere Studien zu diesen Aktivitäten notwendig seien, sagte Woerth. Spielautomaten stehen bislang außer Diskussion, da diese Art des Glücksspiels als ein zu großes Suchtpotential eingestuft wird, sagte der Minister.

Einst einer der aggressivsten Gegner jeglichen Wettbewerbs zu seinem staatlichen Glücksspielmonopol, wurde Frankreich gemeinsam mit neun weiteren EU Nationen verstärkt von der Europäischen Kommission unter Druck gesetzt. Die Kommission ist zuständig, die Vorgaben der Europäischen Union durchzusetzen, die Mitgliedsnationen des Handelsblocks einen freien Handel von Gütern und Dienstleistungen mit anderen Mitgliedsstaaten erlauben.