Berichten der „Deutsche Welle“ zufolge kann sich Poker in Deutschland einer steigenden Beliebtheit erfreuen, da zwischen 200.000 und 290.000 Deutsche regelmäßig im Internet pokern. Im Jahr 2006 wurde geschätzt, dass Spieler ungefähr eine Million Euro ausgeben, um online zu spielen. Und der Boom stagniert nicht, sondern zeigt auch weiterhin einen enormen Aufwärtstrend. Pokern ist gesellschaftsfähig.

Eine Veröffentlichung erklärt, dass es in Deutschland nur legal sei, in Spielcasinos um Geld zu spielen, was den boomenden Internetmarkt in eine Grauzone verwandelt. Sobald Geld im Spiel ist, verstößt online Gambling gegen das Gesetz, bislang wurde jedoch noch niemand wegen dieser Art Verbrechen angeklagt. Anbieter von Spielen haben ihre Server in Gibraltar, Malta und sogar auf den Seychellen stationiert, was eine strafrechtliche Verfolgung für die Verfolger sehr schwierig macht.

Deutschlands Finanzbehörden besitzen im Land ein Monopol auf den Glücksspielmarkt und vereinnahmen mehr als die Hälfte der Umsätze der Glücksspielindustrie als Gewerbesteuer. Dennoch bleibt online Gambling unreguliert und die Gewinne gehen nach wie vor an der Staatskasse vorbei.

Weiterhin kommentiert der Report die Verwicklung angesehener Persönlichkeiten in der Pokerpromotion, wie es beispielsweise bei dem ehemaligen Tennisprofi Boris Becker oder dem inzwischen als Chirurg tätigen internationalen Pokerprofi Michael Keiner, der bereits 15 Jahre zuvor bei einer Konferenz in den USA mit dem Pokervirus infiziert wurde, der Fall ist. Damals war Michael Keiner von den vielfältigen Fertigkeiten und den psychologischen Aspekten, die ein Pokerspiel dem Spieler abverlangt, fasziniert. Natürlich beeindruckten ihn auch die atemberaubenden Summen, die stets den Besitzer wechselten.

Auch Glücksspielsucht wird diskutiert, wobei der Psychologe Tobias Hayer von der Universität Bremen meint, dass online Poker die Schwelle zu zwanghaftem Spielen erheblich senkt. Hayer sagt, es gäbe letzten Endes keine soziale Kontrolle mehr.