Der in Wien eingetragene online Glücksspielgigant Bwin scheint die erste Runde seiner Herausforderung gegen das deutsche Internet Glücksspielverbot verloren zu haben, da der Einspruch gegen ein vorheriges Urteil, das dem Unternehmen das Anbieten von Sportwetten und Kasinospielen im Land verbietet, vom Bundesgerichtshof abgelehnt wurde. Die Aktien des Unternehmens fielen darauf hin um acht Prozent.

Im September 2004 reichte die Westdeutsche Lotterie GmbH & Co Klage gegen Bwin International Ltd. ein, um das Unternehmen von der Organisation, dem Verkauf und der Vermarktung von Sportwetten, Kasino- und Lotteriespielen in Deutschland auszuschließen.

Im Februar 2006 hat das Landgericht Köln in der ersten Instanz zu Gunsten von Westlotto entschieden.

Im September 2007 bestätigte das Oberlandesgericht in Köln das Urteil aus erster Instanz und erklärte es für durchsetzbar. Bwin reichte gegen das Urteil des Kölner Oberlandesgerichts beim Bundesgerichtshof Klage ein.

Obwohl zu erwarten ist, dass der Bundesgerichtshof innerhalb der kommenden 12 bis 18 Monate in dieser Angelegenheit kein abschließendes Urteil fällen wird, hat Westlotto im November 2007 eine weitere Klage gegen Bwin eingeleitet.

Bwin stellte beim Bundesgerichtshof einen Antrag mit der Bitte an das Gericht, weitere Klagen abzuweisen, bis das Gericht in dieser Sache ein abschließendes Urteil gefällt hat.

Der Bundesgerichtshof lehnte jedoch mit dem Urteil vom 14.März 2008 den Antrag von Bwin aus Verfahrensgründen ab. Bis der Bundesgerichtshof ein abschließendes Urteil fällen würde, dürfe Westlotto weiterhin Klagen zur Durchsetzung seiner Interessen einreichen.

Sollte Bwin tatsächlich das Verfahren vor dem Bundesgerichtshof verlieren oder sollte in der Zwischenzeit keine politische Lösung gefunden werden, könnten alle Strafen, die als Resultat von weiteren Klagen zur Durchsetzung der Interessen von Westlotto verhängt würden, den Einkünften und der finanziellen Position des Unternehmen schaden, gab Bwin bekannt.

Andererseits bestätigte das Unternehmen, dass, falls der Bundesgerichtshof zu Gunsten von Bwin entscheiden würde, es sich das Recht vorbehalte, Schadensersatz geltend zu machen.

Unter Berücksichtigung der neuesten, rechtlichen Entwicklungen sagen Bwin und seine juristischen Berater, dass sie zuversichtlich sind, den Fall gegen Westlotto zu gewinnen.

Die Europäische Kommission ist ebenfalls der Meinung, dass die derzeitige rechtliche Situation nicht konform mit EU Recht geht und hat daher ein Verfahren gegen Deutschland wegen Verstoßes gegen EU Gesetze eingeleitet. Außerdem gibt es einige vorläufige Urteile deutscher Gerichte, die noch auf ein Urteil des Europäischen Gerichtshofs warten.
Bwin e.K., das Bwin Produkte auf Bwin.de unter einer Lizenz der ehemaligen Deutschen Demokratische Republik (DDR) anbietet, ist nicht Teil des Verfahrens vor dem Bundesgerichtshof.