Die Ursprünge des heutigen Pokerspiels sind weit verzweigt und lassen nur vage Rückschlüsse zu. So sollen erste Vorläufer des Pokerspiels bereits im 10. Jahrhundert in China und im 13. Jahrhundert in Ägypten zu finden sein.

In beiden Fällen handelt es sich um eine Art Kartendomino. Die ersten Spielkarten, die zum Spielen der Vorläufervarianten benutzt wurden, wurden aus Elfenbein angefertigt. Als weiterer Vorläufer des uns bekannten Pokers wird das persische Spiel „As Nas“ genannt. In diesem Spiel soll bereits eine Hierarchie der Hände bestanden haben. Im europäischen Raum wurden ab dem 15. Jahrhundert Varianten gespielt, die als konkretere Vorläufer eingestuft werden können. So entwickelte sich in Spanien „Primero“, das bereits eine größere Ähnlichkeit zu Poker hatte. In Frankreich wurde eine Vorläufervariante unter dem Namen „Poque“ bekannt und in Deutschland hieß das Spiel „Poch“. In der Literatur findet man widersprüchliche Hinweise dazu, welche Variante die ursprünglichere ist und somit die weiteren beeinflusst hat. Sowohl „Poch“ als auch „Poque“ leiten sich von dem Verb „pochen“ ab, welches dem englischen „poke“ entspricht. Die Zusammenhänge sind also zu diesem Zeitpunkt schon eindeutig.

PokerRCNachdem das Spiel auch seinen Eroberungszug im Land der unbegrenzten Möglichkeiten vollzogen hatte, entwickelte sich hieraus der Name „Poker“. Das englische Verb „poke“ stammt aus der Unterwelt und wurde zu jener Zeit von Taschendieben und Betrügern benutzt. Auch dem Pokerspiel wurde lange Zeit ein zweifelhafter Ruf nachgesagt. Schlägt man im Dictionary die Übersetzung des Verbs „poke“ nach, so erhält man Definitionen wie „stoßen“, „stuppsen“, „schlagen“, „hauen“, „vögeln“ oder „ficken“ (siehe PONS-Collins, Großwörterbuch Klett-Verlag). Zu Beginn des 19. Jahrhunderts wurde das Spiel von französischen Siedlern in die Vereinigten Staaten getragen. Den Ursprung finden wir in New Orleans. Von dort aus wurde das Spiel über die Flüsse Mississippi und Ohio verbreitet und zunächst mit einem Deck aus zwanzig Karten und mit einer Anzahl von vier Spielern gespielt. Von New Orleans ausgehend breitete sich Poker besonders über die Mississippi Dampfschiffe, die sich auch als „schwimmende Saloons“ einen Namen machten, über den Osten des Landes aus. Mit Beginn des Goldrausches in der Mitte des 19.Jahrhunderts hielt das Spielfieber auch im Westen Einzug. Bereits 1834 wurde erstmals schriftlich gegen die Gefahren des Pokerspiels gewarnt. Es wurde als „Schummelspiel“ bezeichnet, bei dem manche Siedler ihr gesamtes Vermögen riskierten und auch verloren. Aus diesem Grund wurde in einigen amerikanischen Bundesstaaten Poker als Glücksspiel verboten. In anderen hingegen war es weiterhin erlaubt, da es nicht allein auf Kartenglück, sondern auch auf Spielfähigkeiten und -kenntnissen basiert.

Die Betrugsmöglichkeiten beim Pokerspiel und die Chance auf schnellen Reichtum verleiteten einige dazu, durch Poker den Lebensunterhalt finanzieren zu wollen oder sein gesamtes Vermögen aufs Spiel zu setzen. Die Problematik der Siedler, die beim Poker ihren gesamten Besitz verspielten, finden wir auch in vielen Western dargestellt und thematisiert. Dennoch vermittelt das Saloonambiente mit Cowboys, Revolvern und Poker ein besonderes Flair und der smarte Typ, der gewitzt und cool seinen Gegnern das Geld aus der Tasche spielt, ist eher das Objekt unserer Bewunderung. Nachdem sich Poker über das gesamte Land ausgebreitet hatte, wurde einheitlich mit einem 52-Karten-Deck gespielt und bereits in den 40er Jahren des 19. Jahrhunderts wurden die ersten Pokerregeln schriftlich festgelegt. Bei der Entwicklung der verschiedenen Pokervarianten spielte der amerikanische Bürgerkrieg eine wesentliche Rolle.

Viele Varianten, wie Stud oder Draw Poker, wurden zu dieser Zeit erstmalig gespielt. Die Bürgerkriegssoldaten sollen Five Card Stud gespielt haben, um durch das Aufdecken der Karten das Spiel interessanter zu gestalten. Auch die „Straße“ wurde in dieser Zeitspanne als Hand integriert. Texas Hold’em, eine moderne und heutzutage wohl die beliebteste Pokervariante, wurde erst Anfang des 20. Jahrhunderts entwickelt und hieß zunächst noch „Wild Widow“. Bei dieser Variante diente als fünfte Karte erstmals eine Gemeinschaftskarte. Der heutige Pokerboom hat seine Wurzeln in der World Series of Poker, die 1970 erstmalig stattfand. 2001 wurde die Weltliga „World Poker Tour“ gegründet. Die Übertragung der World Poker Tour (WPT) im Fernsehen und die ständig steigenden Preisgelder haben Poker zunehmend bekannter und beliebter gemacht. Die Pokerhelden sind zwar heutzutage keine Cowboys mehr, genießen jedoch weiterhin die absolute Bewunderung ihrer Zuschauer und die Gewinner der großen Turniere avancieren zu Helden einer ganzen Generation.

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