Die IT Publikation Computer Weekly veröffentlichte ein interessantes Interview mit Thomas Kiessling, dem technischen Leiter des in Wien registrierten online Glücksspiel Giganten Bwin Interactive. In dem Interview enthüllte Kiessling, dass das Unternehmen weiteres  IT geschultes Personal einstellen wird. Man habe jedoch Schwierigkeiten, dies in Österreich umzusetzen.

Bwin beabsichtigt die Erweiterung der Such nach  IT Skills aufgrund der Kürzung des geschulten Personals in Österreich, da das Unternehmen eine weltweite Expansion anstrebt.

Computer Weekly erklärte, dass sich das Unternehmen gegen das in Großbritannien ansässige Unternehmen Betfair durchsetzen will. Betfair soll weltweit als größter Umschlagplatz für Wetten zählen. Computer Weekly fügte hinzu, das Bwin inzwischen Entwicklungsstandorte in Polen, Rumänien und Slovenien errichtet habe und mögliche Partnerschaften in Asien anvisiert, die dem Unternehmen dabei helfen sollen, das ausgebildetes IT Personal zu finden, das hierzu benötigt wird.

„Ich leite ein großes Projekt und brauche 50 Leute. Es ist unmöglich, diese Leute Österreich zu finden,“ sagt Kiessling. „Der Zugang zu Talenten ist jedoch der Schlüssel für uns, daher müssen
wir unsere Suche auf zusätzliche Märkte außerhalb unseres Einzugsgebiets ausweiten.“

Kiessling erklärt, dass neue Glücksspiel Regulierungen in Frankreich, Italien und anderen Ländern dazu führen werden, dass Glücksspiel dort in naher Zukunft erlaubt sein wird. Das heißt, dass die IT Anforderungen steigen und mehr Mitarbeiter benötigt werden.

„Um die Ziele des Geschäfts umsetzen zu können, brauchen wir dringend Talente, die wir vor Ort nicht finden können, daher müssen wir uns zu Glober Player entwickeln, um diese Entwicklungen zu unterstützen,“ erzählte er Computer Weekly.

Bwin versucht sich in der Verlegung seiner Geschäfte durch Arrangements, die beispielsweise ein Subunternehmer Verhältnis zu einem kleinen IT Geschäft im Süden Polen und einem IT Zentrum in Rumäniens IT Hauptstadt Cluj umfassen, erklärte Kiessling.

„Teams aus Übersee haben die volle Verantwortung für Projekte und beschäftigen sich nicht ausschließlich mit grundsätzlichen Aktivitäten wie Testen. Sie arbeiten auf Gebieten wie der Entwicklung der Sportwettenplattform und der Spiele des Unternehmens als auch im Kunden Management,“ sagte er.

„Unser Ansatz besteht darin, dass diese Jungs Teil des Teams sind und die Gleichen Firmenfarben tragen. Selbst wenn sie nicht direkt Angestellte bei Bwin sind, so werden sie dennoch komplett von uns gemanagt und bevollmächtigt.“

Der technische Leiter wirft ein, dass die Lücke in den österreichischen IT Kapazitäten bei der österreichischen Regierung keinerlei Beachtung findet und die Verwaltung begreift nicht, welch ein Potential in Unternehmen wie Bwin  liegt.

„Wir würden sehr gerne einen Kernstandort für IT in Wien bauen, aber ich erwarte in dieser Hinsicht nicht sehr viel von der Regierung – was sehr unerfreulich ist, denn wir könnten wesentlich besser arbeiten,“ sagte er.

Der Mangel an IT Fachkräften führt dazu, dass Bwin Leute aus aller Welt anheuern muss, die in Bereichen wie Software Entwicklung, Architektur, Qualitätssicherung, Projektmanagement und der Entwicklung von Anwendungen arbeiten können, sagte Kiessling, der dabei betonte, dass das Unternehmen sehr transparent sein müsse, um dies leisten zu können.

„Man muss sehr für Transparenz sorgen und den Mitarbeitern exakt sagen, was man macht, aber unsere IT Abteilung wird weltweit und verteilt arbeiten,“ fügte er hinzu.

„Außerdem ist es sehr wichtig dazu bereit zu sein, neue Dinge auszuprobieren und ein gewisses Budget für Experimente zur Verfügung zu haben.“

Hier die Zahlen:

Kiessling präsentierte einige interessante Tatsachen und stellte im Interview heraus, dass das IT Budget bei Bwin derzeit etwa 80 Millionen Euro beträgt, wobei die Hälfte in Innovationen investiert wird. Das Unternehmen beschäftigt 750 eigene IT Mitarbeiter – das ist die Hälfte der gesamten Arbeitskräfte – und diese Zahl umfasst 320 Software Entwickler, die auf Java und Net spezialisiert sind.

Kiesslings Abteilung kontrolliert um die 2000 Server mit einer Auswahl an Arbeitsmaterialien, die von größeren Zulieferunternehmen gestellt werden. Bwin behauptet, es habe im Sinne von Transaktionen, die hoch geladen werden, weltweit die größte Microsoft SQL Server Gruppe.

Das Unternehmen nutzt sowohl flexible als auch miteinander verankerte Entwicklungsmethoden, aber auch einen Dienstleistungs orientierten und Veranstaltungs geleiteten Ansatz für seine Systeme, um die Entwicklungszyklen kurz zu halten.

Bwin bewerkstelligt täglich mehr als 70.000 Transaktionen mit Banken und Kreditkartenunternehmen, indem es High-End Systeme nutzt, die gewöhnlich von Finanzdiestleistungs Unternehmen genutzt werden, wie beispielsweise geographische Zuordnung und Datenumleitung zum nächst gelegenen Server.

Unter den derzeit größten Projekten befinden sich Updates des grundlegenden Systems, um Änderungen durch Regulierung in Frankreich und Italien umsetzen zu können; die Entwicklung einer Plattform, die auf den Prinzipien der sozialen Medien basiert, wo Nutzer in die Lage versetzt werden, ihre Wetten zu kommentieren und andere Spieler über Facebook oder Twitter zum Wetten herausfordern können. Außerdem werden Vorbereitungen zur Gründung einer Reihe von mobil-basierten Spiele vorgenommen.