Die Veranstaltung, die kürzlich in Kiel stattfand, hätte sich zu einem Meilenstein in der deutschen Diskussion zum online Glücksspiel entwickeln können. Politiker und diverse Interessengemeinschaften trafen sich, um Ideen zu einem neuen Staatsvertrag auszutauschen. In der Neufassung sollen bestehende Monopole weiterhin aus den lukrativen Lotterien profitieren, aber zukünftig auch an den Errungenschaften der liberalisierten und strikt geregelten Märkten teilhaben.

Unter den 80 Delegierten, die an den Diskussionen beteiligt waren, befanden sich Politiker, Lotterie und Wettunternehmen, Sportverbände, Akademien, Medien und Repräsentanten der Werbebranche.

Die Publikation isa-guide berichtet, dass das Zusammentreffen als eine Anhörung zur Formulierung des schleswig-holsteinischen Entwurfs für einen neuen Staatsvertrag ausgelegt war. Der Entwurf soll die das einstige exklusive Abkommen zwischen den deutschen Bundesländern, das 2011 auslaufen wird, ersetzen.

Der parlamentarische Leiter der CDU, Christian von Boetticher und sein Kollege Wolfgang Kubicki von der FDP fanden, dass es keineswegs zu früh sei, mit einer ernsthaften Auseinandersetzung über den neuen Staatsvertrag zu beginnen. Eine derartige Diskussion sollte vor allem offen geführt werden, um alle gegebenen Möglichkeiten gründlich zu überprüfen. Dies umfasst auch die Möglichkeit, dass das derzeit bestehende Internet Glücksspielverbot aufgehoben werden könnte.

Kürzlich ausgesprochene Urteile des Europäischen Gerichtshofs als auch die Entwicklungen in anderen europäischen Nationen und einer Deloitte Studie, die zeigt, dass Staatseinnahmen aus Glücksspiel als Motivation für einen neuen Ansatz zur Gesetzgebung und für zukünftige Verträge dienen kann.

Ein Repräsentant von Pokerstars sagte, dass es in Deutschland ein signifikantes Potential für online Poker gebe. Dieses Potential, so schätzt er, könnte unter einer regulierten Regulierung einen Umsatz von 7,8 Billionen Euro generieren.

Aus Sicht von Dr. Michael Schmid, einem Berater von Gold Media, zeige die Studie des Unternehmens, dass der Wert eines unregulierten, im Ausland ansässigen online Kasinomarkt in Deutschland 1,5 Billionen Euro betrage – also einem Viertel des Gesamtmarkts.

Norman Faber, ein deutscher Lotterieunternehmer, warnte davor, dass das derzeit bestehende monopolistische System im Falle eines Weiterbestehens Zehntausende von Jobs und das Überleben von vielen Unternehmen in Deutschland gefährden könnte.