Die desaströsen Folgen der deutschen Vorgehensweisen auf dem Glücksspielsektor im Rahmen des unter den deutschen Bundesländern vereinbarten Glücksspiel Abkommens zeigten sich in der vergangenen Woche in einer Presseveröffentlichung des führenden deutschen Internet Lotto Anbieters Tipp24 AG. Aus dem eigenen Land gejagt, hatte das Unternehmen seine Tätigkeiten in die Glücksspiel  freundlichere Umgebung Großbritanniens verlegt, wobei 139 der 154 deutschen Arbeitsplätze diesem „Umzug“ zum Opfer fielen.Als die zweite Ebene des Bundesländerabkommens bezüglich Glücksspiel am 1.Januar 2009 in Kraft trat, wurde die Tipp24 AG gezwungen, seine Geschäftsunternehmungen drastisch einzuschränken und sich aus dem ehemaligen Internet basierten Wettgeschäft für die Teilnahme an Spielen, die vom „Deutschen Lotto- und Totoblock“ angeboten werden, zurückzuziehen. Dies sei laut einer Veröffentlichung des Unternehmens das Ergebnis der neuen Prohibitionen, die durch das neue Glücksspielgesetz eingeführt wurden.

Die Tipp24 Webseite wird seitdem von Tipp24 Services Ltd. Geleitet, die ihren Sitz in London hat, was dementsprechend den Verlust der deutschen Arbeitsplätze nach sich zieht.

Berichten des Unternehmens zufolge werden aufgrund des kontroversen deutschen Bundesländerabkommens, das am 1. Januar 2008 in Kraft trat, lediglich 15 Angestellte im Dienst bei der Hauptstelle in Hamburg bleiben. Das Abkommen verbietet Tipp24 jegliche Form der Teilnahme am online Lotteriegeschäft in Deutschland und den Wettbewerb mit dem deutschen staatlichen Glücksspielmonopol. Die betroffenen Angestellten durften ihre Arbeit bei Tipp24 nur noch bis zum 31. März fortsetzen.

„Wir sind gezwungen, den größten Teil unserer Belegschaft zu entlassen, da uns das staatliche Glücksspielabkommen jede Art von Lotteriegeschäft über das Internet in Deutschland verbietet,“ sagt Jens Schumann, ein Vorsitzender der Tipp24 AG.

„Die Mehrheit dieser Arbeitsplätze wird wahrscheinlich durch neue drüben ersetzt werden – dort, wo diese Einschränkungen nicht greifen können,“ fügt er hinzu. „Zur gleichen Zeit, wo der deutsche Staat Billionen ausgibt, um deutsche Arbeitsplätze zu retten, zerstört er die Jobs eines gesunden, mittelständischen Unternehmens durch ein Ge3setz, das der EU Gesetzgebung widerspricht.“

„Darüber hinaus hat die Tipp24 AG allein den Bundesländern im vergangenen Jahr um die 130 Millionen Euro an Steuereinnahmen gebracht. Dieses Geld wird dem Staat nun nicht mehr zur Verfügung stehen.“

In der Veröffentlichung von Tipp24 wird weiterhin der Hintergrund des Glücksspiel-Staatsvertrags rekapituliert. Das Gesetz verbietet die online Vermarktung und Werbung für Lotteriegeschäfte, um vermeintlich Problemspieler zu schützen. Bis heute gibt es keine wissenschaftliche Studie, die die Argumentation des Staates, es gäbe eine soziologisch relevante „Lotterieabhängigkeit“, untermauern würde.

„Es scheint eher der Fall zu sein, dass der Staatsvertrag kreiert wurde, um private Unternehmen unter dem Vorwand, der Sucht Einhalt zu gebieten, vom Markt zu drängen,“ fügte Schumann hinzu. „Letztendlich könnte man Sucht über das Internet wesentlich besser kontrollieren als an einer Lottoannahmestelle. Daher werden wir auch weiterhin gegen den neuen Staatsvertrag klagen.“