Die Initiative Right2Bet, die sich  für die geschäftliche Gleichberechtigung  durch eine  europaweite online Glücksspiel Regulierung einsetzt, berichtet in ihrem letzten Rundschreiben, dass die deutsche Olympische Sport Komitee die Regierung aufgefordert habe, Sportwetten zu legalisieren.

Der lukrative aber monopolistische Würgegriff, den die deutschen Bundesländer auf das Wettgeschäft ausüben, ist schwierig zu durchbrechen, wenn sich jedoch die Stimme einer  einflussreichen Institution wie die des Olympischen Sport Komitees in die Angelegenheit einschaltet, dann kann man zweifellos von einer positiven Entwicklung sprechen. Dies ist insbesondere dann der Fall, wenn dies in Absprache mit Deutschlands höchster Fußballliga – der Bundesliga – stattfindet, um dem deutschen Glücksspielvertrag der Bundesländer von 2006 endlich ein Ende zu bereiten.

Derzeit verbietet Deutschland seinen Bürgern, online Wetten abzugeben. Deutsche dürfen lediglich Sportwetten abgeben, wenn sie dies bei einem staatlich monopolistischen Anbieter tun und hierbei handelt es sich exakt um die Wettsituation, gegen die right2bet vorzugehen versucht.

Right2Bet kommentiert die Sachlage folgendermaßen: „Die Wettindustrie unterscheidet sich in keiner Weise von anderen Sektoren der Industrie. Wenn nur ein Betreiber seine Dienstleistungen anbieten darf, so geht dies zu Lasten der Kunden, da die Qualität des Produktes, die Qualität der Dienstleistung und der Wert der Sache darunter leidet. Tatsächlich zeigt unser Test von Wettanbietern, dass deutsche Spieler dazu gezwungen werden, ihre Wetten bei Lotto Bayer abzuschließen, wo die Quoten durchschnittlich um 34 Prozent schlechter sind als bei anderen privaten europäischen Anbietern.

„Aber auch abgesehen von den unmittelbaren Nachteilen, die oben erwähnt wurden, müssen deutsche Kunden und insbesondere Sportfans darunter Leiden, dass ihre Sportclubs und Vereinigungen von der Regierung gezwungen werden, eine Industrie auszugrenzen, die Willens und dazu in der Lage ist, Millionen von Euros in alle Ebenen des deutschen Sports zu investieren.“

Aktivierende Vereinigung erklärt weiterhin, dass deutsche Sportclubs keine Sponsorenverträge mit führenden europäischen Wettanbietern unterzeichnen dürfen, was diese Clubs im Gegenzug benachteiligt, wenn sie sich irgendwo anders auf diesem Kontinent dem Wettbewerb stellen müssen.

Es gibt auch andere Vorteile, die man daraus ziehen kann, große und namhafte ausländische Glücksspielunternehmen auf dem deutschen Markt zu haben. Nicht zuletzt spielt es eine große Rolle, wenn man im Kampf gegen Korruption im Sport verdächtige Sportwetten entdecken und untersuchen will. Viele der führenden online Glücksspiel Unternehmen führen regelmäßige Kontrollen durch, indem sie ein in sich kultiviertes Verfolgungssystem nutzen und Sportbehörden über verdächtige Aktivitäten sofort in Kenntnis setzen.

Dadurch, dass deutsche Spieler in ihren Aktivitäten so sehr eingeschränkt werden, gehen sie natürlich bevorzugterweise woanders hin, jedoch leider nicht immer zu sicheren und namhaften Anbietern von außerhalb.

„Dieser gefährliche Status kann unserer Meinung nach nur umgekehrt werden, indem die zuständigen Behörden sich dazu entschließen, mit Sportinstitutionen und der Wettindustrie zusammen und nicht gegen sie zu arbeiten,“ meint Right2Bet.

„Die Entscheidung des OSF, in die Offensive zu gehen und einen anderen Ansatz im Umgang mit der Problematik zu unterstützen, ist ein lebensnotwendiger Schritt in die richtige Richtung. Wir hoffen, dass, wenn sie auch gemeinsam mit den Konsumenten unsere Petition unterzeichnen, die deutschen Behörden ihre derzeitige Position überdenken, da diese Position weiterhin die Sportinstitutionen und die Bürger des Landes benachteiligen wird.“