Das französische Fußballteam hat sich zwar während der Weltmeisterschaft, die kürzlichin Südafrika stattgefunden hat, nicht gerade mit Ruhm bedeckt, aber die Sportwetten Fans haben wohl laut Berichten der Nachrichtenagentur Reuters mit Sicherheit die französischen Buchmacher sehr glücklich machen können, wenn schon die Fußballkünste der Franzosen an dieser Stelle kläglich versagt haben.  

Die Umsätze der französischen online Glücksspiel Industrie zogen während der Fußball Weltmeisterschaft spürbar an, da die Spielergemeinde Vorteile aus dem liberalisierteren Markt in Frankreich ziehen konnte, obwohl viele Wetten nach wie vor bei Anbietern platziert wurden, die nicht in diesem Land lizenziert sind.

Frankreich legalisierte online Sportwetten zu Beginn des Monats Juni, gerade rechtzeitig zur Fußball WM in Südafrika. Auf diese Weise konnte das Angebot an Sportwetten und insbesondere Fußballwetten immens erweitert werden.

Reuters berichtet, dass durch offizielle französische Zahlen zeigen, dass die Anbieter von Sportwetten während der Weltmeisterschaft Einnahmen von 107 Millionen Euro erzielt haben, wobei 70 Prozent dieser Einnahmen aus Fußballwetten generiert worden sind. Der durchschnittliche Wetteinsatz betrug 10 Euro.

Bevor der Markt legalisiert wurde, konnte der online Glücksspiel Markt einen jährlichen Umsatz zwischen drei und 3,5 Billionen Euros generieren, wobei sich Schätzungen zufolge zwei Drittel des Umsatzes aus illegalen Wetten zusammen setzte, die bei Anbietern platziert wurden, die nicht in Frankreich lizenziert sind.

Während des ersten Monats nach der Legalisierung haben sich 1,2 Millionen Französische Spieler dazu entschlossen, auf lizenzierten Seiten zu spielen. Bei dieser Zahl handelt es sich ungefähr um die Hälfte der gesamten Spieler.

Die internationalen Glücksspiel Berater Global Betting & Gaming Consultants sagen, dass sich die Umsätze aus dem Glücksspielbereich – hierbei sind die Beträge gemeint, die nach den Gewinnausschüttungen übrig bleiben – in Frankreich in den Jahren von 2009 bis 2011 auf 665 Millionen Euro verdoppeln werden.

Isabelle Parize, die Stellvertretende Vorsitzende von Mangas Gaming, dem Mutterkonzern von der BetClic Webseite, erzählte Reuters: „Es ist bekannt, dass eine große Anzahl von Spielern vorbeikommen, um auf diese großen Veranstaltungen zu wetten, und unmittelbar danach wieder weg sind. Die Frage, die wir klären müssen, ist, wie viele Spieler bleiben  und wie viel sie wetten werden.“

Online Glücksspiel Anbieter suchen nach Möglichkeiten, jene Spieler an sich zu binden, die während der Fußball Weltmeisterschaft Wetten platziert haben. Hierbei ist man auf technologische Entwicklungen wie Smartphones, Livewetten, interaktives Fernsehen und  die passenden Sender angewiesen.

Reuters vertritt die Ansicht, dass Medienkonzerne, die eine Partnerschaft mit erfahrenen online Glücksspiel Unternehmen in Betracht ziehen einen größeren Vorteil haben und als Gewinner aus der Partnerschaft hervorgehen werden als jene, die selbst auch Glücksspielanbieter zu werden versuchen.

Betreiber haben 40,6 Millionen Euro in Werbung investiert. Diese Zahlen gab WPP`s Kantar Media bekannt, die berichteten, dass Pari Mutuel Urbain (PMU) allein ein Drittel dieser Summe ausgegeben habe, um den Leuten zu erzählen, dass sie in den Bereich der Sportwetten expandiert sind und nicht zu Pferderennen.

Die in Österreich ansässige Gruppe Bwin Interactive investierte mehr in Werbung als der französische Betreiber la Francaise des Jeux, der auch von seinen 25 Tausend Verkaufsstellen profitiert.

Online Poker Betreiber scheinen nach wie vor Probleme mit den Restriktionen zu haben, die die französische Lizenzierung mit sich bringt. Diese besagen beispielsweise, dass Lizenzinhaber französische Webseiten nur für Anwohner in Frankreich zugänglich machen dürfen.

Die Betreibung von Online Poker wurde Ende Juni dieses Jahres lizenziert. Bereits jetzt gibt es Beschwerden über zu hohe Steuern und über die Gefahr, dass nicht ausreichend Spieler vorhanden sein könnten, da Spieler außerhalb Frankreichs nicht zugelassen sind.

„Es könnte ein Problem für die Pokerindustrie sein, wenn all diese [europäischen] Märkte in individuelle Ländermärkte zerbrechen. Dies ruiniert den Vorteil, einen Pool von Spielern aus dem gesamten Europa zu haben,“ sagte Lorien Pilling von GBGC. „Offensichtlich wird jeder einzelne Spieler eines Landes auf den Markt seines Landes verwiesen, was dem [internationalen] online Poker Geschäftsmodell schaden würde.“