Wir erinnern uns: 2006 schloß der SVWB einen Vertrag mit bwin. Darin festgehalten war ein Sponsorenvertrag über 4,9 Millionen Euro pro Jahr plus Erfolgsprämie. Gegenleistung war, dass bwin als “Offizieler Hauptsponsor des SV Werder” zu bezeichnen war, Sponsorenrechte und Trikotwerbung. Dieser Vertrag sollte Gültigkeit bis 2009 haben. Dann untersagte die Stadt Bremen aber das Werben für Glücksspiel und Sportwetten, ohne die Genehmigung der Stadt selber. Jedoch musste bwin noch bis zum Abschluss der Saison 06/07 zahlen, bis ein neuer Hauptsponsor im Bot war.
Nun wies das OLG Bremen eine Klage auf Schadenersatz gegen die Stadt Bremen zurück (Urt. v. 13.02.2013, A1 U 6/08). Begründung: Zwar sei das eigentliche Verbot rechtswidrig gewesen, da das ausgesprochene Verbot nicht den Eu-Richtlinien entsprach, jedoch war die Rechtsprechung der EU 2007 noch nicht klar. Erst 2010 hatte man festgestellt, dass das Glücksspielmonopol in Deutschland dem Gemeinschaftsrecht widersprach.

bwingroß2Dies ist ein weiteres Beispiel dafür, wie absurd in Deutschland mit Glücksspiel und Glücksspielanbietern umgegangen wurde und noch umgegangen wird. An Wiedergutmachung denkt keiner. Können Sie sich vorstellen, dass umgekehrt ein Wettanbieter so fein raus käme, obwohl sein Vorgehen Rechtswidrig war? Natürlich nicht. Auch heute noch, wo wir doch glauben in einem Zivilisiertem Land zu leben, ist das Glücksspielgesetz nirgends so Unklar wie hier. Es darf doch nicht sein, dass auch jetzt noch, jede Stadt, sogar jeder Bezirk, seine eigenen Gesetze hat und vor allem im Glücksspielbereich, diese Radikal ausnutzt. Eine solide Regelung von oben, auf die wartet man vergebens.

Schleswig-Holstein vergibt fleißig Lizenzen und der Rest heult rum, dass er nicht auch darf. Es kann doch nicht so schwer sein, ein geeignetes Regelwerk aufzustellen und dies umzusetzen. In Großbritannien ist das Glücksspiel schon lange eine Marke für sich. Aber Konferenzen wie die LAC sind hier gar nicht möglich. Es wird Zeit, damit anders umzugehen und auch Zeit für den Staat, gewissenhafte Regelungen aufzustellen, die  stand halten, keine Lücken aufweisen und vor allem gerecht sind, auch für die Glücksspielanbieter.