Der außergewöhnlich langsame Fortschritt der spanischen Regierung hinsichtlich der vollständigen Regulierung des Glücksspiels konnte vergangenen Freitag einen weiteren entscheidenden Schritt in die richtige Richtung verzeichnen. In der vergangenen Woche verabschiedete die Ministerversammlung einen Entwurf für das neue Glücksspielgesetz.

Wie die Spanish Gaming News berichten, soll das zukünftige Glücksspielgesetz alle Formen des Glücksspiels regeln, insbesondere auch die Formen der sogenannten „Neuen Technologie“, wie beispielsweise Internet, interaktives Fernsehen und mobiles Glücksspiel.

Der Gesetzesentwurf bietet Bestandteile, die darauf ausgerichtet sind, die Spieler zu schützen, wobei das Gesetz sich besonders auf minderjährige Spieler und Problemspieler bezieht. Außerdem soll das Gesetz der Verbrechensprävention dienen und Betrug und Geldwäsche unterbinden. Darüber hinaus umfasst es eine neue Steuer für Glücksspielanbieter und erhält eine Provision für fünf Jahres Lizenzen.

Beamte der spanischen Regierung sagten, dass das neue Gesetz den legalen Wirtschaftaktivitäten einen Aufschwung verleihen und das derzeit bestehende System modernisieren wird, indem es das staatliche Lotterie und Wettbüro (LAE) in ein privatisiertes Unternehmen umwandelt.

Der Finanzminister des Landes betonte bei einer Pressekonferenz, die nach der Ministerkonferenz stattfand, dass, obwohl die Regulierung des Glücksspiels eine Angelegenheit der autonomen Provinzgemeinden sei, es doch einen Bedarf nach einer einheitlichen, föderalen Rahmenbedingung für das Glücksspiel gebe. Dies umfasse auch die Einberufung einer nationalen Regierungsbehörde, die in ähnlicher Weise funktionieren würde wie die derzeit existierende National Gaming Commission. In dieser Behörde sollen jedoch die autonomen Gemeinden jeweils sehr stark repräsentiert werden.

Der Gesetzesentwurf beinhaltet die Einführung einer speziellen Steuer, von der der überwiegende Teil den unabhängigen Gemeinden zukommen soll.

Aufgrund von durchgeführten Schätzungen ist davon auszugehen, dass durch die Glücksspielsteuern ungefähr 200 Millionen Euro pro Jahr in die Kassen des Staates und der Kommunen fließen werden. Dennoch warnte Sacha Michaud, der Präsident der spanischen Sportwetten Vereinigung Espanola de Apostadores Deportivos por Internet (AEPAPI) davor, dass es trotz des derzeit sehr positiv erscheinenden Gesetzesentwurf äußerst unklug sei, die Messlatte allzu hoch anzusetzen.

Elena Salgado, die zweite Vizepräsidentin und Ministerin für Wirtschaft und Finanzen, sagte: „Dies ist der Anfang eines Projekts, dass noch umfangreiche Diskussionen sowohl mit den staatlichen Behörden als auch mit interessierten Parteien und Handelspartnern zur Folge haben wird.“ Dies gab sie bei der Veröffentlichung des Gesetzesentwurfs bekannt.