News2006. Ein österreichischer online Glücksspiel-Anbieter ist ganz vorne mit dabei und will noch hoch hinaus. Deswegen entscheidet man sich, mal eben einen überraschenden Börsengang zu starten und auch den deutschen Glücksspielmarkt zu erobern. Für 2010 hatte man sich schon einen Umsatz von einer Milliarde Euro erhofft! Doch es kam ganz anders….

Viele werden sich sicher erinnern an das österreichische Unternehmen Starbet. Mit vielen Plänen hatte man den Riesen bwin, aus dem rennen hauen wollen. Der Risikokapital-Experte Michael Trojner, hatte damals das Geschäftsmodell für Starbet auf die Beine gestellt. 100 Spielshops nach dem Vorbild des Admiral-Sportwettencafes und eine Partnerschaft mit TV-Sender RTL, waren Teil des Vorgehens. Auch 20 Millionen Euro, hatte Michael Tojner siegesgewiss bereits vor dem Start von Starbet, den Anlegern entlocken können, gut die Hälfte über die Meinl Bank.

Eine deutsche Glücksspiellizenz hatte man auch. Die Betonung liegt auf „hatte“, stammte diese Lizenz doch noch aus DDR Zeiten. Anscheinend hatte man auch vergessen, dass der deutsche Glücksspielmarkt, keine Besucher wünschte. Also konnte man schnell alles zurückpfeifen, die TV-Werbung für Starbet auf RTL, wurde aus dem Programm genommen und aus einer Milliarde Umsatz, wurde ein monatlicher Verlust von einer Millionen Euro.

Ein paar Investoren, fühlte sich jetzt ein wenig ausgenommen. Wolfgang M., einer der Starbet Investoren, legte nun klage gegen die Meinl Bank ein. Die Bank habe ihn über die wirtschaftliche Lage von Starbet, im unklaren gelassen. Das verletzt die Aufklärungspflicht. Auch habe die Bank, ohne den Investor in Kenntnis zu setzten, 50 Cent an jeder Aktie mitverdient. Nun will er seine 50.000 € zurück. Zweimal hatte die Meinl Bank schon Schadenersatz erstatten müssen unteranderem wegen „arglistiger Irreführung“.

Das ist aber auch doof, denkt sich wohl die Meinl Bank und wehrt sich weiter gegen die Vorwürfe: Starbet sei von Anfang an als riskantes Start-up Unternehmen definiert worden. Für das Investment habe man sich in der Regel an erfahrene und risikobewusste Anleger gewendet, die bereits mit bwin Geld verdient hätten. Gute Nachrichten also für Starbet: Zumindest bei den Investoren war man auf gleichem Niveau.