Die Einführung des französischen Verbots, innerhalb der französischen Fußballliga Trikots mit der Werbung bzw. dem Logo von Internet Glücksspiel Unternehmen zu tragen, auch wenn sie außerhalb Frankreichs an Spielen oder internationalen Turnieren teilnehmen, wurde erst in der vergangenen Woche wieder heftig kritisiert.

Vergangene Woche haben Vertreter des online Glücksspielunternehmens Betclic und der französische Fußballclub Olympique Lyonnais öffentlich die Haltung der UEFA kritisiert, die derartige Verbote unterstützen. Die Kritik wurde im Zusammenhang mit dem Spiel zwischen Real Madrid und Olympique Lyonnais in Madrid geäußert.

In einer gemeinsamen Stellungnahme mit Betclic sagte der französische Fußballclub, dass das Verbot, die Werbung für Betclick auf ihren Shirts zu tragen, in dem Champion’s League Spiel gegen Real Madrid die „größte Ironie“ gewesen sei, da Real Madrid für alle gut sichtbar in ihren Trikots mit der Bwin Werbung spielte.

„Olympique Lyonnais wird nun mit der Tatsache konfrontiert, dass wir diesen Mittwoch in Madrid nicht das Logo unseres Sponsoren zeigen dürfen, und das in einem Land, in dem diese Art Werbung völlig legal ist, und während eines Spiels, in dem das Hauptkonkurrenz Unternehmen von BetClic auf den Trikots von Real Madrid erscheinen wird!“

„Hierbei handelt es sich um eine neue und weitere Strafe, die französische Fußballvereine in eine alarmierende Position ökonomischer Unsicherheit führen wird. Während die Clubs mit dem Problem zu kämpfen haben, vermarkten PMU und FDJ [die staatlichen französischen Glücksspielmonopole] ihre Produkte auf dem allgemeinen Markt unter Nutzung der französischen Medien. Dies umfasst sogar die Ligue de Football Professionel (LFP) und die französische Fußballvereinigung (FFF),“ besagte die Stellungnahme des Clubs.

„Olympique Lyonnais stellt die Motivation in Frage, die zu dieser Medien bezogenen und finanziell einschränkenden Maßnahmen führt, wodurch französische Meister in ihrer Suche nach Wettbewerbsfähigkeit eingeschränkt werden,“ lautete es weiterhin in der Stellungnahme.

Das Thema wurde insbesondere durch die langsamer-als-erwartet stattfindende Liberalisierung des französischen Markts verkompliziert. Als Konsequenz dieser Verzögerung wurde es für BetClic unmöglich, sich einen lizenzierten Status zu verschaffen.

Die UEFA hatte Olympique Lyonnais zuvor die Genehmigung erteilt, das BetClic  Logo bei Auswärtsspielen außerhalb Frankreichs zeigen zu dürfen. Diese Genehmigung lief jedoch Ende 2009 aus. Man ist offensichtlich davon ausgegangen, dass ab dem Jahr 2010 die neue Glücksspielregulierung greifen würde. In diesem Zusammenhang hätte sich Betclic entsprechend lizenzieren lassen können und sein Logo auf den Trikots der gesponsorten Clubs zeigen dürfen. Wie dem auch sei, die Basis für diese Situation ist nicht geschaffen worden, wodurch sich die Glücksspielunternehmen nun ein einer Art rechtlichem Vakuum befinden.

In Übereinstimmung mit Jean-Michael Auglas, dem Präsidenten von Olympic Lyonnais, sagte Nicolas Beraud, der Geschäftsführer von Betclic: „Die Champions League ist ein europäischer Wettbewerb, daher gibt es keinen Grund, eine Werbung von den Trikots eines Teams entfernen zu lassen, das an einem europäischen Wettbewerb auf der Grundlage teilnimmt, dass die Gesetze des Landes, in dem das Team die nationalen Wettbewerbe austrägt, dies nicht zulassen.“

„Es ist unsere Pflicht, die nationale Logik schleunigst hinter uns zu lassen,“ so wird in der Stellungnahme betont. „Das französische Gesetz findet in Spanien keinerlei Anwendung. Daher entbehren die Regeln der UEFA in dieser Hinsicht jegliche Grundlage.“

In der Stellungnahme wird besonders betont, dass Real Madrid das Bein Logo in einem großen Spiel zeigen würde. „Das Spiel wird in Madrid ausgetragen, wo die Werbung für online Glücksspiel erlaubt ist. Derzeit gibt es kein europäisches Gesetz, dass die Werbung für online Glücksspiel verbietet. Davon einmal abgesehen wird Real Madrid auch zukünftig weiterhin mit seinem gewohnten Sponsoren [Bwin] auftreten und spielen, der ein Anbieter von Sportwetten im Internet ist.“