Wahrscheinlich hat sich jeder, der bereits einmal eine Wette auf ein Sportereignis abgegeben hat, diese Frage gestellt. Und natürlich weiß auch jeder, der schon einmal gewettet hat, dass die unwahrscheinlichsten Ergebnisse die besten Quoten und dementsprechend die höchsten Gewinne bringen. Aber wer gibt die Wahrscheinlichkeit vor? Bei bwin, dem weltweit größten Sportwetten Unternehmen, beschäftigen sich rund 70 Mitarbeiter aus 22 verschiedenen Ländern annähernd rund um die Uhr mit der Frage nach der Wahrscheinlichkeit. Auf der Internetseite von bwin sind etwa 1,6 Millionen Spieler aktiv und täglich werden bis zu einer Millionen Wetten abgegeben. Besonders während der Fußball Euro 2008 sind der Innovation von Wettoptionen keinerlei Grenzen gesetzt – gewettet wird auf Alles, was bei Fußballspielen passieren kann, so kann zum Beispiel darauf gewettet werden, in welcher Minute das erste Tor fällt oder wie viele Eigentore während des gesamten Turniers geschossen werden. Vor der Europameisterschaft stand die Quote bei bwin für einen Turniersieg Portugals noch bei 9:1, die Quote sank jedoch nach dem ersten Sieg der Portugiesen auf 6,5:1. Die Quoten werden also nach jedem Spiel aktualisiert und selbstverständlich auch mit den Quoten anderer Sportwettenanbieter, wie betfair, Intertops, Ladbrokers oder 888.com verglichen.

Natürlich ist es das Ziel jeden Unternehmens, durch die Wetten Gewinne zu machen. Vergangenes Jahr lag der Umsatz von bwin durch Sportwetten bei 200 Millionen Euro. Durchschnittlich zahlt bwin 90 Prozent der Einsätze wieder an die Spieler in Form von Gewinnen aus. Der Buchmacher muss grundsätzlich die Regeln aller Spiele, auf die sein Unternehmen Wetten bietet, beherrschen, ständig über neue Ereignisse oder Änderungen informiert sein, die Angebote der Konkurrenz beobachten und, wenn nötig, schnelle Entscheidungen treffen. Natürlich spielt der Faktor „Bauchgefühl” bei jeder Entscheidung des Buchmachers auch eine nicht unwesentliche Rolle. Im Ernstfall muss eine Quote blitzschnell angepasst werden, um Verluste zu vermeiden, denn sollte der Buchmacher mit seiner Quote falsch liegen, verliert sein Unternehmen sehr viel Geld. Die Sportwettenanbieter bevorzugen in der Regel Unentschieden oder Siege von Außenseitern, da dies die besten Umsätze bringt.

Da die meisten Spieler auf den Favoriten setzen, bleibt bei einer Niederlage des Favoriten dementsprechend mehr für das Sportwettenunternehmen. Nach dem Auftaktsieg der Portugiesen stieg bei bwin die Quote auf einen EM-Sieg der Schweizer oder der Türken auf 101:1. Das Thema Schweiz hatte sich dann erledigt, die Türken waren jedoch nach ihrem unerwarteten Sieg gegen die Tschechen, die bis zur 75.Minute mit 2:0 führten, nach wie vor im Rennen. Die Quote auf einen Europameisterschaftssieg der Türkei war jedoch mit Sicherheit nach dem Spiel gegen Tschechien blitzschnell angepasst worden.